Wege aus der Sprachlosigkeit

Den Opfern eine Stimme geben – Sprachmittlertätigkeit einmal anders.

Im Juni 2003 berichtete Michel Lesseigne an dieser Stelle ("La Voix de Madame") über eine Erfahrung, die ihn zutiefst beeindruckt hatte: er konnte einer Person Gehör verschaffen, deren Stimme sonst ungehört geblieben wäre.

Nicht nur die Stimme von Menschen mit Behinderungen (darum ging es in Michels Artikel) geht allzu leicht im einzig auf Macht, Erfolg und Perfektion ausgerichteten Diskurs unter. Zu den vielen Schwachen, die eine Lobby dringend brauchen, gehören immer noch und immer wieder die erschreckend zahlreichen Opfer rechtsextremer Gewalt.

In Deutschland, wo kaum ein Tag ohne eine rechte Straftat vergeht, leistet die Amadeu-Antonio-Stiftung hervorragende Arbeit durch die Förderung örtlicher Projekte gegen Rechtsextremismus, Fremdenhass und Antisemitismus. Der mit der Stiftung verbundene Opferfonds CURA steht den oft mit den Folgen der Agression allein gelassenen Opfern rechter Gewalt mit Rat und Tat zur Seite.

Seit kurzem ist CURA online, als Anlaufstelle für Beratung und Hilfe suchende Gewaltopfer und als Spendenportal. Viele Opfer sind Ausländer, deren Sprachkenntnisse oft nicht ausreichen, um durchaus vorhandene Hilfsangebote zu nutzen. Deshalb gibt es jetzt die wichtigsten Informationen auf der CURA-Webseite auch in englischer Sprache – dank des freiwilligen Einsatzes der AIIC-Kollegen John Read (Brüssel) und Phil Smith (Birmingham). Auf der „Danke“-Seite und im Impressum dankt der CURA-Opferfonds nicht nur den freiwilligen Helfern namentlich, sondern erwähnt auch ihre Zugehörigkeit zur AIIC, inklusive Link zur AIIC-Homepage.

Den Opfern eine Stimme geben – Sprachmittlertätigkeit einmal anders. Nachmachen erwünscht!



Silke Gebhard ist Fördermitglied der Amadeu-Antonio-Stiftung

Recommended citation format:
Silke GEBHARD. "Wege aus der Sprachlosigkeit". aiic-usa.com November 16, 2005. Accessed May 27, 2019. <http://aiic-usa.com/p/2073>.